Die Lehre meines Hundes: Auch das geht vorbei

Wie Tierkommunikation Trost spendet und Verbindung hält.

Anna und ihr Hund, ein Golden Retriever, sitzen am Fenster

Ein goldener Schwanzwedel im Sonnenlicht

Gerade eben noch lag er da, mein neuer Gefährte – ein junger Golden Retriever -, und hat die Frühlingssonne in sein goldiges Fell scheinen lassen. Sein Atem war tief und friedlich, und in diesem Moment war mein Herz so voll, so leicht, dass ich dachte, es könnte zerfließen vor Freude. Und genau in diesem Moment flüsterte mir die uralte Weisheit zu: Auch das geht vorbei.

Ein Abschied, der niemals endete

Vor mir lag nicht nur der schlafende Hund. Vor mir lag auch die Erinnerung. An meinen vorigen Begleiter, der zehn Jahre lang mein Schatten war, mein Lehrmeister in bedingungsloser Liebe. Als er ging, riss er ein Loch in mein Leben, das so tief und dunkel schien, dass ich glaubte, die Sonne würde es nie wieder ausfüllen können. Die Trauer war ein physischer Schmerz, ein steinernes Gewicht auf der Brust. Und auch zu ihm, in den tiefsten Nächten, flüsterte ich durch Tränen: Auch das geht vorbei.

Es ist ein merkwürdiger Satz.

In der Höhe des Glücks mahnt er zur Demut. In der Tiefe des Schmerzes spendet er unermesslichen Trost.

Seine Wurzeln reichen bis in die persische Sufi-Dichtung und die Weisheitsgeschichten um König Salomo zurück. Ein östlicher Herrscher, heißt es, ließ sich einen Ring mit der Inschrift schmieden: „Auch dies wird vorübergehen.“ Er sollte ihn in Zeiten des Übermuts ernüchtern und in Zeiten der Verzweiflung aufrichten.

Die Sprache, die bleibt, wenn der Körper geht

Was aber geschieht mit der Liebe, wenn der Körper, der sie getragen hat, vergeht? Hier führt mich die Reise vom philosophischen Trostspruch in den heiligen Raum meiner eigentlichen Arbeit: der Tierkommunikation.

Denn „vorbei gehen“ bedeutet nicht „verschwinden“. Die Energie einer Bindung, die Essenz einer Seele, verwandelt sich nur. Der körperliche Abschied von meinem alten Hund war endgültig. Aber der Dialog mit ihm war es nicht. Durch die stille, meditative Praxis der Tierkommunikation – das Einstimmen auf die feinstoffliche, nicht-physische Ebene – durfte ich lernen, dass unsere Verbindung nicht von seinem Atem abhing. Ich konnte seine Präsenz anders spüren: als warmes, vertrautes Pulsieren in meinem Herzen, als plötzlich auftauchende Erinnerung in einem Duft des Waldes, den wir so oft durchstreift hatten.

Diese Erfahrung ist die tiefste Antwort auf das „Auch das geht vorbei“. Sie lehrt uns:
  1. Trauere dem Körper nach, aber nicht der Seele. Der Schmerz des Verlustes ist echt und muss durchlebt werden. Aber er ist nicht das Ende der Beziehung.
  2. Öffne deine Wahrnehmung jenseits des Sichtbaren. Die Kommunikation mit einem Tier (oder einem geliebten Menschen) findet nicht nur über Blicke und Berührung statt. Sie lebt in der Intuition, im Gefühl, in den Bildern, die vor dem inneren Auge auftauchen.
  3. Vertraue darauf, dass Liebe der Stoff ist, aus dem Brücken gebaut sind. Diese Brücken überdauern jeden Übergang, jeden Wandel, jeden Abschied.

Der junge Hund an meiner Seite ist kein Ersatz. Er ist ein neues, strahlendes Kapitel. Und in meiner Praxis weiß ich, dass die Liebe zu meinem alten Begleiter den Raum dafür erst richtig weit und tief gemacht hat. Beide Hunde, der hier und der dort, lehren mich dieselbe Lektion in zwei verschiedenen Dialekten der Liebe: Alles im äußeren Leben ist im Fluss. Auch das geht vorbei. Aber das Wesentliche – die resonante, seelische Verbindung – die bleibt. Sie verwandelt sich nur.

Meine Frage an dich

Welche Erfahrung hast du damit gemacht, dass eine tiefe Bindung zu einem Tier über den physischen Abschied hinaus weiterwirkt? Spürst du manchmal noch eine Präsenz, einen Rat, eine Berührung in der Stille?

Kategorien: Verwurzelt sein